Balkon-Aufzug - Bastelrobi V.2015-3

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Balkon-Aufzug

Technik
Jeder der nicht parterre wohnt kennt das: schleppen, schleppen, schleppen.

Einkäufe, Getränke, Müll, neue/alte Möbel und im Winter kommt viel Kaminholz hinzu.

Dieses ewige schleppen durchs Treppenhaus bewog mich einen fest installierten Seilaufzug zu bauen. Als Installationsort bot sich die Giebelwand über dem Balkon an. Der Gesamthub beträgt vom Pflaster bis zum Galgen 7 Meter.
Mit einem Frequenzumrichter, einem Testmotor mit Seiltrommel, Maurerschnur und einer Umlenkrolle am Giebel habe ich dann verschiedene Hubgeschwindigkeiten simuliert.
Bei der Hubhöhe habe ich einen Motor mit 2 Geschwindigkeiten favorisiert, um Last gefühlvoll aufnehmen und abzusetzen, aber durch den "2.Gang" auch mal Gas geben zu können.
Den Motor gab es bei Ebay, die Seiltrommel ist eine Eigenanfertigung mit eingestochener Rille für das Seil. Zwischen den Seillagen ist 0,5mm Abstand sodass das Seil auf- und abrollt ohne die anderen Seillagen zu berühren.
Eine einfache Seilltrommel ohne genaue Seilführung kam nicht in Frage da über die Position der Trommel die Endlagenerkennung erfolgen sollte.
Frisch lackiert sah das dann schon recht gut aus... 
Die Endschalterkonsole ist auch eine Eigenanfertigung. In der Welle des Getriebemotors steckt eine M10 Gewindestange die sich synchron mit der Seiltrommel dreht und einen Alubolzen zwischen den verstellbar angeordneten Endschaltern verfährt.
Der Alubolzen hat eine Querstift der unterhalb in einem Langloch verfährt und so am mitdrehen gehindert wird. 
Auf dem Dachboden ist der Motor mit dem Galgen befestigt. Von dem 2 Meter langen Galgen schauen aus dem Giebel nur 0,5 Meter raus. Der Galgen ist ein hohles VA-Rohr mit 2 integrierten kugelgelagerten Seilscheiben. Über Stellschrauben wird ein Rauspringen des Seils aus der Seilrolle verhindert.  
Damit die Last nicht unkontrolliert absinkt hat der Motor eine eingebaute elektromagnetische Bremse. Diese Motoren erkennt man in der Regel an der längeren Lüfterhaube.
Um die Oberkannte der Seiltrommel auf die Höhe der Seilscheibe im Galgen zu heben ist der Motor auf "Füße" montiert die gleichzeitig die Halterung für die Endschaltereinheit bilden.
Zwischen Seilscheibe und Seiltrommel verläuft das 3mm VA-Seil ca. 1 Meter frei.
Grundgewichte am Lasthaken halten das Seil immer straff.  
Die Steuerung fand in einem alten Zählergehäuse Platz und besteht größtenteils aus wiederverwerteten Baugruppen. Um die Steuerung möglichst robust und langlebig zu halten habe ich bis auf ein Zeitrelais auf Elektronik verzichtet und als reine Schützsteuerung aufgebaut. Um den StandBy Verbrauch des 24V Netzteils (3W) zu vermeiden gibt ein weiters Netzteil mit "Mikrotrafo" und nur 0,7W Aufnahmeleistung. Dieses schaltet das NT24V nur bei Bedarf ein. Der Aufzug steht ja die meiste Zeit des Tages still und 3W StandBy verursachen immerhin 26kwh im Jahr!
Über die roten Taster lässt sich der Aufzug im Servicebetrieb manuell steuern und beobachten.
Die Bedienung des Aufzugs erfolgt jeweils im EG und OG vom Balkon aus. Anfangs hatte ich 2-stufige Wippschalter für Heben und Senken vorgesehen. Die schienen mir aber dann noch für einen Hebezug nicht feinfühlig genug. Dann hatte ich Druckschalter in Erwägung gezogen wie man sie von jedem Industriekran kennt. Diese Steuerflaschen waren mit aber zu klobig um sie am Balkon zu montieren. Auch die Schaltglieder im inneren waren zu groß um sie in ein eigenes schlankes Gehäuse zu verbauen. Im Internet gab es viel, aber keinen Joystick mit 2 Schaltstufen in jeder Richtung. Bei Klöckner-Möller bzw. jetzt Eaton bin ich dann doch fündig geworden.
Jetzt hat man die linke Hand am Joystick und die rechte am Seil. 
Über den offenen Haken können die unten stehenden zu hebenden Lasten auch von oben durch dirigieren des Seils angehängt und gehoben werden.
Die zu hebenden Lasten also unten nebeneinander aufstellen und dann von oben einzeln auf den Balkon heben.
Ist die Last über der Brüstung kann sie bequem auf den Balkon geschwenkt und abgelasssen werden.

Die Hubschwindigkeit beträgt 18 m/min (langsam) und 35 m/min (schnell).
Das entspricht 30cm & 60cm pro Sek. 
 
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