Kamin-WT - Bastelrobi V.2015-3

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Kamin-WT

Technik
Nach dem Errichten eines Kaminofens in der Wohnung habe ich mich an den hohen Wärmeverlusten am Rauchrohr gestört. Da ging mir zu viel Wärme durch den Schornstein verloren...

Ich habe dann einen Wärmetauscher selber gebaut. Der zuständige Schornsteinfeger gab im Vorfeld "grünes Licht" sofern ich im inneren der Rauchgasstrecke nichts einbaue oder den Querschnitt verjünge. Der Rest dieses Gebastels hätte natürlich auch den gängigen Vorschriften entsprechen müssen (thermische Ablaufsicherung, Überdruckschutz, Ausdehnungsbehälter usw.).
Nun gibt ja diverse fertige WT´s mit Kupferrohrspirale außen um das Rauchrohr gewickelt. Ich wollte einerseits die Kosten sparen und einen WT mit möglichst großer Tauschfläche. Die Windungen des Kupferrohres liegen ja nur minimal am Rauchrohr an und der Rest ist ein Wärmeübergang durch Strahlung.

Ich habe dann über das Rohr 150x2 ein weiteres Rohr 180x2 wasserdicht als Mantelrohr geschweißt. Die Tauschfläche auf dem inneren Rohr von ca. 490x800mm lag somit bei 0,392qm. Das entspricht einer Fläche von ca. 3 Blättern DIN A3 und ist nicht wenig!
Als erstes die erforderlichen Aussparrungen errechnet und passend ausgetrennt. Dann alle kleinen Laschen passend gebogen und das ganze Ding verschweißt. Den entstandenen Hohlkörper mit 4 Bar unter Wasser abgedrückt noch an den Fehlerstellen nachgeschweißt.

Den Zulauf oben Rechts und der Ablaufstutzen unten Links angeschweißt um das Wasser mit einem Drall durch den WT zu schicken.

So sollte doch die Wärme optimal an das Wasser abgegeben werden oder?
Für den ersten Versuch den WT an Stelle des originalen Ofenrohrs eingebaut und mit hitzebeständigen Schläuchen und einer Umwälzpumpe mit einem 50L Wasserfass verbunden. Die Vorlauf- und Rücklauftemperatur wurde über 2 Thermometer angezeigt.

Beim ersten Test mit 11°C kaltem Wasser aus dem Wasserkran kam es nach dem Starten des Kaminofens zu starker Kondeswasserbildung im inneren des Rauchrohres. Dieses Kondenswasser lief im Rohr runter und sammelte sich oben auf der Stahlplatte des Kaminofens. Sobald der Ofen Temperatur hatte verkochte dieses übele Gebräu und stank abartig...

Dieses Problem mit Kondensatbildung innerhalb des Rauchrohres ist mit Wasser auf Raumtempertur fast weg. Ich würde innen im Rauchrohr eine 5mm "Rinne" anbringen wo sich die paar Tropfen sammeln können und nicht in oder auf den Ofen laufen. Nach ein paar Minuten ist dann so viel Hitze da das alles wieder verdampft und mit den Rauchgasen über den Schornstein entweicht.
Bei einem WT mit äußerem Kupferrohr hat man dieses Problem natürlich nicht.

Download:

Ergänzend zu den Testergebnissen sei noch gesagt dass der 50 Liter Behälter keine Isolierung hatte und so teilweise die frisch aus dem WT gewonnene Wärme mit steigender Temperatur immer stärker an die Umgebung verloren ging. Mit Iso wäre die Temperatur locker weiter gestiegen.
Außerdem sind bei dem Test mit offenem Speiche mal eben ca. 3 Liter verdampft!

Je nach Nutzungsverhalten der Wohnung bzw. des Ofens macht je nach Heizsystem (Niedertemperatur) einen Einbindung in die vorhandene Zentralheizung über einen ausreichend großen Pufferspeicher immer Sinn.

Bei meinem Nutzungsverhalten des Ofens ist es über diese Testphase nie hinaus gekommen. Auch ist der Aufwand der erforderlichen Technik nicht unerheblich. Vielleicht lebt das Projekt ja später wieder auf! (Ein 400 L Pufferspeicher steht schon auf Lager...)
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü