Brunnenbau - Bastelrobi V.2015-3

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Brunnenbau

Technik
Angefangen hat alles in 2005 mit einer günstig ersteigerten Motorpumpe von Honda die ich wieder Instand gesetzt habe. Eine leistungsfähige Kreiselpumpe die max. 30.000L pro Stunde fördern kann. Das sind 8,3L pro Sekunde!!! Mit der Zeit haben sich auch ein paar C-Schäuche dazu gesellt.
Im Jahr 2008 sollte dann bei einem Bekannten im Garten ein Brunnen gespült werden.

Für einen ersten Testlauf habe ich ein paar 1-1/4 Zoll Wasserrohre besorgt und an einem nahe gelegenem Flusslauf an der im Böschungsbereich einfach mal drauf los gespült.
Wasser war ja genug da und das Spülwasser floss einfach wieder in den Fluss. Zu meiner Verwunderung waren in 5min 6 Meter Spülrohr im Boden versenkt. Dass das so gut klappt hätte ich nicht gedacht. Voller Euphorie dann noch weitere Meter Spülrohr besorgt und eine Woche später alles zum Einsatzort geschleppt.


Das Spülwasser (ca. 2,4 m³) haben wir in einem mit Siloplane ausgelegtem PKW Anhänger gespeichert. Von dort aus saugte es die Motorpumpe an und drückte es durch die C-Schläuche zur Spüllanze. Diese bestand aus 1,5m Rohrstücken die mit Muffen einfach locker per Hand verschraubt wurden. Das brauchte ja nicht super dicht sein. Das durch das Bohrloch zurückfließende Spülwasser wurde in einem umgedrehten Sandkasten, der auch mit Plane ausgekleidet wurde, aufgefangen. Von dort aus förderten 2 Tauchpumpen das Wasser zurück in den Anhänger. Da die Förderleistung der Motorpumpe wesentlich höher war als die Rückpumpleistung der beiden Tauchpumpen mussten immer wieder ungewollte Pausen eingelegt werden. Es sind irgendwie auch große Wassermengen im Boden geblieben und nicht mehr nach oben gekommen. Also wieder warten bis genug Spülwasser im Hänger ist. In diesen Pausen ist uns dann immer das frisch gespülte Loch wieder zusammengesackt und die Spüllanze saß fest.
Irgendwie haben wir trotz größtem Krafteinsatz nicht mehr als 5m geschafft. Viele Stunden und verbrauchte m³ Frischwasser später mussten wir dann einsehen das diese Spülmethode bei Lehm und Mergelboden nicht funktioniert und ein professioneller Brunnenbohrer her muss. Auch der der Profi hat später mit seiner Maschine nur 40m Lehm/Mergel durchbohrt und keine wesentlich Wasser führenden Schichten antreffen können. Mit dem Dreck der während des Bohrens hoch kam hätte man direkt töpfern können. Da wundert es nicht das ein paar Straßen weiter eine Ziegelei Jahrzehnte lang Ton abgebaut hatte. ;-) Abschließend sei noch erwähnt das der Bekannte jetzt einen 40m und einen 9m Brunnen hat und aus beiden parallel über einen 2000L Puffertank seinen Garten mit ausreichend Wasser versorgt.

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So richtig abgeschlossen hatte ich mit diesem Misserfolg nicht.


Als meine Mutter sich 2009 zur Bewässerung einen Brunnen im Garten wünschte und der Brunnenprofi mir gesteckt hatte dass im Stadtgebiet überall mit Sandboden zu rechnen ist war mein Ehrgeiz wieder geweckt. Die Erfolgsaussichten einen Brunnen in lehm- und mergelfreien Sandboden zu spülen standen gut. Ich wollte das Equipment auch möglichst simpel halten:
Wassertank, Spülpumpe, Spüllanze und etwas Schlauch sollten reichen.
Für ein rotierendes Bohrgestänge hätte ich einen Mast mit Getriebeschlitten + Spülkopf bauen müssen der min. die Länge einen Spülrohrelements verfahren kann und fest steht/verankert ist. Um das Bohrgestänge vernünftig zusammen- und auseinander schrauben zu können wären auch div. Trapezgewinde Kupplungen, Stahlrohre, Seilwinde und auch ein Bohrkopf erforderlich (€€€). Der Aufwand schien mir dann doch etwas zu groß.
Ich wollte diese Defizite durch Pumpenleistung kompensieren!

Als Fan des „roten Steckers“ habe ich mir eine ordentliche 400V 5,5KW Drehstrompumpe besorgt. Die stemmt mit max. 50m³/h ca. 13,8L/Sec. bei 3bar! Die C-Schläuche sind eigentlich zu klein. Pumpe wurde zerlegt, gereinigt, neu gelagert, Gleitringdichtung erneuert und 2 Anschlussflansche mit Storz-C angefertigt. Auf dem Motor fand noch ein recycelter Schaltkasten mit Hauptschütz und ein Drehfeldüberwachung platz. Das Bierchen mal zum Größenvergleich... Ein erster Test unter Wasser und Strom war schon beeindruckend. Auch ist sie im Gegensatz zu der Motorpumpe angenehm leise.
Als Spülwassertank habe ich einen 1000L IBC-Tank halbiert und beide über angeschraubte, modifizierte 150er KG-Rohr Endkappen und einer Überschiebmuffe verbunden. Es blieben 130mm Durchmesser als Durchflussöffnung übrig.

Da es keinen Bohrmast gab durfte das Spülgestänge nicht zu schwer werden. Daher wurden 3 Stangen 6m Alurohr 50x2mm bestellt, die etwa dem 2 Zoll C-Rohr Durchmesser entsprechen. Mit diesen Längen gewinnt man auch schnell Tiefe ohne sich mit kleinen Rohrstücken abzumühen. Als Verbindungselemente habe ich Hülsen gedreht die radial mit dem Alurohr verschraubt wurden. Diese Art der Verbindung hat sich aber als nicht praktikabel herausgestellt. Nur etwas Sand dazwischen und es passt nicht oder klemmt. Als nächste Verbesserung werde ich hier auf Verschraubungen mit Überwurfmuttern wechseln.
Als erstes wurde die Wunschposition des Brunnens festgelegt und mit einem selbstgebauten Erdbohrer ein 1m tiefes Loch gebohrt. Dort wurde eine 150er KG-Rohr mit T-Stück zur Rückführung des Spülwassers eingesetzt und rundherum wieder mit Erdreich angefüllt und manuell verdichtet. Die erste Vorraussetzung für ein sauberes Arbeiten war also schon mal geschafft.


Dann das restliche Equipment aufgebaut Wasser einlassen und los geht's.
Anfänglich sind die 6m Rohre zugegebener Maßen etwas ungünstig da der gefüllte Feuerwehrschlauch ja auch dran hängt. Mit 2 Mann aber kein Problem.
Nach ca. einer Stunde waren 2 Stangen versenkt und 12m Spültiefe erreicht. Die Abscheidung des Spülschlamms im ersten Tank klappe auch super. Dort konnten wir den Schlamm einfach mit der Schüppe entfernen. Im zweiten Tank waren nur minimale Ablagerungen. Insgesamt sind ca. 3 Schubkarren voll Sand als Aushub angefallen. Die sind dann auch direkt im Sandkasten "entsorgt" worden.
Geplant waren 18m Tiefe aber schon bei 12m sackte der Sand unten im Loch nach, sobald kein Spülwasser mehr floss, oder das Spülrohr herausgezogen wurde. Die endgültige PE-Saugleitung mit Rückschlagventil und 1m Filterrohr 0,2mm konnte immer nur bis auf 6m Tiefe eingeführt werden nach dem die Spüllanze gezogen wurde. Das erschien zu wenig auch ohne die Brunnenleistung damit getestet zu haben.

Nach mehreren Versuchen und Stunden später kam mir die Idee doch einfach die Spüllanze und den Saugschlauch mit Filter zeitgleich in die Tiefe zu treiben. Das klappte dann innerhalb weniger Minuten und der Filter hing auf 12m :-)

Dann eine Kreiselpumpe vom Trödelmarkt angeschlossen und Brunnen klarspülen. Nach ca. 45min. Dauerpumpen war das Grundwasser super klar und frei von Schwebestoffen. Diese Pumpe entnahm dem Brunnen 1000L pro Stunde ohne das er "trocken lief" oder Lufteinschlüsse im Wasser waren.
Alles in Allem endete der Tag dann doch zufrieden stellend. Die Flurschäden waren sehr gering. Nur der Sandkasten hatte zum Schluss Hochwasser aber das trocknet ja wieder!

Das günstige Blumengießen und Rasensprengen kann nun beginnen.
Allen Nachahmern möchte ich noch diesen speziellen Filter mit Spülfunktion an Herz legen den ich später im Internet gefunden habe Er ist gleichzeitig Filter und Spüllanze und wird in nur einem Arbeitsschritt nach unten gebracht wird. Technisch sehr raffiniert!!


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