CU-Presszange - Bastelrobi V18-1

Direkt zum Seiteninhalt
Menü

CU-Presszange

Technik
Diese hydraulische Presszange habe ich aus "purer Notwendigkeit" selber gebaut. Daheim wurde renoviert und div. Wasserleitungen mussten erneuert werden. Löten ist ja nicht ungefährlich und je nach Arbeitssituation nicht anwendbar. Außerdem ist die Wärmeeinwirkung auf die Umgebung auch mit Abschirmblechen nicht unerheblich! Nach dem ich beim "Flammenlöten" in der Topfecke in der Küche fast mehr Feuer gemacht hatte als geplant wollte ich auch selber Pressverbindungen herstellen können.

Das braucht man ja immer wieder mal...
Gebraucht lag eine 230V Presszange mit einer V15 Backe im Blechkoffer bei ca.500€. Das war mir eindeutig zu teuer.
An der Pressbacke selbst führte natürlich kein Weg vorbei, zumal diese ja nach Größe der Pressfittinge ausgetauscht werden muss.
Die gibt’s gebraucht für ca. 80€

Also den Antrieb der Backe selber bauen:
Eine Mechanische Lösung mit einfacher Gewindestange schien mit nicht robust genug, zumal bei z.B. M16 auch die Steigung sehr groß gewesen währe als das man ausreichend Kraft aufgebracht hätte. Die benötigte Zeit für auf-/zuschrauben wäre auch zu groß. Mit einer Feingewindespindel und kleiner Steigung aber durchaus möglich und teilweise in den Profigeräten Realität.

Also einen hydraulischen 2t Rangierwagenheber für 20€ aus dem Baumarkt zerlegt und die Pumpen/Kolbeneinheit verwendet. Einen Wellenstumpf an zwei Seiten abgeflacht um den Verfahrweg maximieren und die Kolbenstange anschweißen zu können. Die runden Seiten des Wellenstumpfes pressen die Schenkel der Pressbacke auseinander. Die Reibflächen werden vom jedem Einsatz gereinigt und gefettet. Auch nach ca. 100 Pressungen zeigen sich an dem nicht gehärteten Spreizstempel kein Verschleiß.
Eine Zugfeder zieht den Kolben nach erfolgreicher Pressung wieder zurück.

Zweifel an der Qualität der Pressung habe ich nicht. Mehr als die Pressbake ganz zu fahren kann das Profigerät auch nicht. Natürlich darf ich den Pressvorgang nicht zur Hälfte abbrechen.
Das verhindern die Profigeräte die einmal angesetzt und gestartet, ganz zu, und erst dann wieder auffahren.

Der Rahmen besteht aus einer Hand voll stabiler Flacheisen aus der Schrotttonne und einem gedrehten Bolzen mit Splint. -> Fertig!
Die Verarbeitungsqualität mit Pressfittinge ist im Vergleich zum Löten genial. Keine offene Flamme beim Arbeiten im Wohnzimmer, kein thermischer Verzug oder Schwächung an der Lötstelle, leise und schnell.
Stecken, quetschen, Fertig!

Die gängigen Fittinge sind ca. doppelt so teuer wie Lötfittinge, ich meine aber das ist die Sache wert.

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Wie alle Prototypen gibt es auch hier Verbesserungsbedarf:
Da sich das Vorratsöl in einem Mantelrohr um den Hauptkolben befindet sind nicht alle Bedienpositionen möglich da die Pumpe dann unter Umständen Luft zieht. Auch ist die Verwendung direkt unter Decke mit Pumphebel nach oben nur begrenzt möglich da nur eingeschränkt gepumpt werden kann.

Wenn mal ganz viel Langeweile aufkommt...
fliegt der Wagenheber raus und wird durch einen einfach wirkenden Zylinder ersetzt. Den Antrieb übernimmt dann einen per Schlauch Ankuppelbare Pumpeinheit mit Fußbedienung.
Das hat den Vorteil das in jeder Position gepresst werden kann, beide Hände frei zu arbeiten sind, das Gewicht und die minimale Länge des Gerätes erheblich reduziert wird.

Trotzdem hat sich das Gebastel gelohnt und ich habe durch Selbermachen(Pressen) viele Euros gespart!
© 2003-2018 www.bastelrobi.de
Zurück zum Seiteninhalt